Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 18. November 2019)

Reinigen und Einwintern der Pflanzenschutzspritze

Mit den teils milden Temperaturen der letzten Wochen, boten sich gute Bedingungen für Herbizidbehandlungen in Wintergetreide an. Wer keine weiteren Maßnahmen, wie z.B. Kerb Flo, Cohort oder Milestone gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz in Raps mehr plant, kann nun die Pflanzenschutzspritze winterfest machen.
Reinigung auf dem Feld
Grundsätzlich hat die Reinigung der Pflanzenschutzspritze auf dem Feld zu erfolgen. Technische Restmengen in der Pflanzenschutzspritze sind im Verhältnis 1:10 mit Wasser zu verdünnen und flächig auf dem behandelten Schlag auszubringen. Zur Innenreinigung können auch spezielle Reinigungsmittel eingesetzt werden. Einträge von Pflanzenschutzmitteln über die Kanalisation (sogenannte Punkteinträge) oder der Abfluss in Oberflächengewässern müssen gänzlich ausgeschlossen werden können. Eine Außenreinigung ist im besten Fall auf gewachsenem Boden auf dem Feld durchzuführen. Ist dies nicht möglich, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen um Einträge in Gewässer zu vermeiden. Die Wirkstoffe von Pflanzenschutzmittel werden in Kläranlagen nicht abgebaut und gelangen so ungefiltert in Bäche und Flüsse.
Frostschutzmittel
Die einfachste Möglichkeit, eine Spritze frostsicher zu machen ist der Einsatz eines Frostschutzmittels. Hierbei wird eine Mischung aus Frostschutzmittel und Wasser durch die zuvor gereinigte Spritze gepumpt, bis an den Düsen dieses Gemisch austritt. Hierbei das Mischungsverhältnis nach Gebrauchsanweisung beachten. Diese Mischung kann im nächsten Jahr abgelassen und im darauffolgenden Winter wieder eingesetzt werden

Schwer bekämpfbarer Ackerfuchsschwanz in Winterraps

Im Spätherbst bzw. im Winter bietet sich der Einsatz von Kerb Flo, Cohort oder Milestone an. Gute Bedingungen herrschen, wenn es tagsüber um bzw. unter 5°C hat. Kühle Witterung um den Gefrierpunkt und damit verbundene Vegetationsruhe sind grundsätzliche Voraussetzungen für den Einsatz. Auf die Befahrbarkeit der Flächen ist zu achten. Die Applikation kann darüber hinaus den gesamten Winter bis Februar erfolgen.
Kerb Flo und Cohort bekämpfen mit der Aufwandmenge von 1,25 l/ha in der Regel Ungräser (ausgenommen Quecke) und Grassamenausfall sicher. Die Aufwandmengen von 1,75 l/ha (Cohort in Raps zur Saatguterzeugung) bis max. 1,875 l/ha sind in erster Linie gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz auf schweren Böden bzw. schwer bekämpfbare Unkräuter (z.B. Ehrenpreis-Arten) einzusetzen.
Beim Mittel Milestone sind die Einsatzbedingungen identisch zu denen von Kerb Flo und Cohort. Die Auf-wandmenge von Milestone liegt bei 1,5 l/ha. Da Milestone den Wirkstoff Aminopyralid beinhaltet, ist der Einsatz bei vorhergehender Herbizidstrategie mit dem Mittel Runway (z.B. Runway Kombi Pack) nicht erlaubt.
Die Wirkung von Propyzamid erfolgt größtenteils über den Boden. Der Wirkstoff wird über die Wurzel aufgenommen. Eine ausreichende Bodenfeuchte ist demnach wichtig, was in der Regel bei üblichen Niederschlägen im Spätherbst kein Problem darstellt. Die Applikation kann durchaus auch auf gefrorenem aber nicht schneebedecktem Boden erfolgen. Die volle Wirkung tritt erst nach dem Winter zu Beginn der Vegetation ein.

Information zu Sperrfristen im Herbst/Winter 2019/20

Die Ausbringung von Düngemitteln, die mehr als 1,5 % N in der TS enthalten, nach der Ernte 2019 sind die Sperrfristen wie folgt geregelt. Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist. Hierbei gibt es folgende Ausnahmen:
  • Für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost ist die Sperrfrist von 15. Dezember bis zum 15. Januar. Die Grenze 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff gilt für diese Stoffe nicht.
  • Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31 Januar

Auf Antrag wurden für folgende Landkreise und kreisfreie Städte die Sperrfristen auf Grünland, Dauergrünland und mehrjährigem Feldfutterbau verschoben

  • Sperrfristverschiebung um 2 Wochen (15. November 2019 bis einschl. 14. Februar 2020):
    Altötting, Dachau, Eichstätt, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Stadt Ingolstadt, Mühldorf am Inn, Neuburg Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm
  • Sperrfristverschiebung um 4 Wochen (29. November 2019 bis einschl. 28. Februar 2020):
    Berchtesgadener Land, Bad Tölz-Wolfratshausen, Ebersberg, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg, Miesbach, München, Stadt München, Rosenheim, Stadt Rosenheim, Starnberg, Traunstein, Weilheim
  • Schwabenweit wurde die Sperrfist auf Grünland, Dauergrünland und mehrjährigen Feldfutterbau um taggenau 4 Wochen (28 Tage) verschoben auf den Zeitraum vom 29.11.2019 bis 28. Februar 2020.

Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.

  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:

Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr